Ein Backhaus stand in früheren Zeiten in nahezu jedem Ort; da unverzichtbar für die Versorgung der Bevölkerung.
Mittlerweile existieren jedoch nur noch wenige Backhäuser im Umkreis,
wovon eines in Soisdorf steht.
Das mehr als 100 Jahre alte Backhaus in Soisdorf wurde 2020 aufwendig saniert.
U.a. wurde der komplette Backofen erneuert. (Mauerwerk und Schamottsteine)
In früheren Jahren wurde das Backhaus wöchentlich angeheizt.
Die Bürger brachten den zu Laiben geformten Sauerteig-Brotteig mit zum Backhaus, wo anschließend der Teig zu einem leckeren Bauernbrot gebacken wurde.
Die Reihenfolge des Backens wurde jedes Mal durch Lose neu bestimmt, da das Backen am Anfang durch die noch sehr große Hitze und am Ende durch den bereits teilweise abgekühlten Ofen schwieriger war.
Auch Arbeiten wie Anheizen und Reinigen des Ofens nach dem Backen mussten mitunter von den ersten bzw. letzten Nutzern übernommen werden.
Der Backtag stellte mit seiner festgelegten Backzeit ein wichtiges, der Gemeinschaft förderndes Ereignis dar.
Beim Warten auf das fertige Brot (seltener auch Kuchen) wurden Neuigkeiten ausgetauscht; gerne wurden Sitzbänke am Platz vor dem Backhaus genutzt.
In Soisdorf wird die Tradition des Backens aufrechterhalten und das Backhaus mehrmals im Jahr für die Dorfbevölkerung angeheizt.